53. Fahrt nach Ehrwald

Am Donnerstag, dem 21.05.2009, trafen wir uns gegen 4:45 Uhr früh morgens auf dem Rathausplatz an gewohnter Stelle zum Start der 53. Fahrt unserer Reisegesellschaft. Nach dem Verladen der Koffer konnten wir um 5:15 Uhr mit einer leichten, aber für den weiteren Verlauf nicht weiter gravierenden Verspätung abfahren. Nach dem „Einchecken“ des letzten Mitfahrers in Babenhausen fuhren wir auf die Autobahn zunächst in Richtung Würzburg, dann in Richtung Ulm unserem Ziel der Zugspitze entgegen. Bei den Ellwanger Bergen hielten wir zu einer kurzen Frühstücksrast, um dann weiter in Richtung Memmingen und Kempten zu fahren. Zur frühen Mittagszeit erreichten wir unser Hotel „Alpen-Residence“ in Ehrwald im Tiroler Zugspitzgebiet und bezogen noch vor dem Mittagessen unsere sehr schönen und geräumigen Zimmer. Ein sehr sonniger Nachmittag lud zum gemeinsamen geselligen Verweilen auf der großzügigen Hotelterrasse ein, was von dem größten Teil der Teilnehmer gerne angenommen wurde. Gegen Abend entschlossen sich nahezu alle, weitere Lokalitäten im Ort in Augenschein zu nehmen oder auch einem kulinarischen Test zu unterziehen.

Der zweite Tag führte uns zu dem bei Biberwier gelegenen Berggasthof Waldhaus „Talblick“, direkt neben der Endstation des Marienbergliftes. Das Prospekt des Gasthofes versprach uns, die schönste Panoramaaussicht über den ganzen Talkessel auf dessen Sonnenterrasse genießen zu können. Wir können dies wirklich bestätigen, es ist ein wundervoll gelegener Ort, der sehr zum Schauen und Verweilen einlädt. Wie in jedem Jahr traten wir an diesem Tag den „Transport“ in mehrere Gruppen gestaffelt an. Die recht große Gruppe der Wanderer machte sich zeitig zu Fuß vom Hotel aus auf den Weg zu unserem Ziel, die zweite Gruppe trat die Reise mittels eines Shuttle-Tranfers etwas später an, so dass wir zur Mittagszeit uns gemeinsam auf der Hütte trafen, um zünftig die angebotenen Speckbrote und Speckplatten zu genießen. Am frühen Nachmittag bezogen wir nach einer vorhergesagten Eintrübung gefolgt von leichtem Nieselregen die mit einer sehr gemütlichen Bar ausgestatten Tiroler Gaststube in der Hütte. Hier nahmen wir die anstehenden Ehrungen dieses Jahres vor. Im Einzelnen wurden Alfons Haus für 10 Jahre, Thomas Kreher für die 20. Teilnahme und Heinrich und Horst Schneider zum 25. Jubiläum mit einem kleinen Geschenk von der Reiseleitung bedacht und mit einem Ständchen seitens aller Mitfahrer geehrt. Der Rückweg von der Hütte konnte von einem recht großen Teil zu Fuß in Angriff genommen werden, da sich das Wetter doch wieder aufgeklart hatte und die Sonne zu einem Spaziergang förmlich direkt einlud.
Das gute Abendessen und eine sehr gesellige Runde in der Hotelbar mit viel Gesang beendeten einen sehr gesellig und harmonisch verlaufenen Tag, bei dem unser musikalische Leiter Alex, kräftig unterstützt von seiner „Hofkapelle“ Harro, uns alle sehr gut einstimmte und motivierte.

Am Samstagmorgen hatten wir eine große Rundfahrt durch den Pfaffenwinkel mit einer Reiseleiterin auf unserem Programm. Von Ehrwald führte uns der Weg nach Füssen, vorbei an den Königsschlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein. Das Schloss Neuschwanstein, das Ludwig II. von Bayern erbauen ließ, befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Schwangau bei Füssen. Ursprünglich standen an der Stelle des heutigen Schlosses die Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau, die bereits zu Lebzeiten König Ludwigs nur noch als Ruinen vorhanden waren. Diese Ruinen wurden vor der Grundsteinlegung zu Neuschwanstein komplett entfernt, bevor das Schloss in seiner heutigen Form entstand. Weiter führte uns die Fahrt zur Wieskirche, die eine bemerkenswert im reichen Stile des Rokoko prächtig ausgestattete Wallfahrtskirche in Wies, bei der Gemeinde Steingaden, ist. Sie wurde von 1745–1754 erbaut und ist dem Gegeißelten Heiland geweiht. Heute besuchen jährlich mehr als eine Million Menschen aus aller Welt die schmucke Kirche. Hier ließen wir es uns nicht nehmen, mit einem kurzen Liedvortrag an unsere nicht mehr unter uns weilenden Mitbrüder zu gedenken.

Die Mittagszeit verbrachten wir im bekannten Passionsspielort Oberammergau, wo man sich schon sichtbar auf die im nächsten Jahr stattfindenden Spiele vorbereitet. Hier besichtigten wir das Passionsspielhaus allerdings nur von außen und die ausgestellten Schnitzereinen im Vorraum des recht eindrucksvollen Gebäudes. Durch den Ammerwald am Plansee entlang fuhren wir am Nachmittag zurück nach Ehrwald in unser Quartier, um dort den Spannungen des letzter Spieltages Fußballbundesliga live zu frönen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen fanden sich nahezu alle Reiseteilnehmer wieder auf der Veranda des Hotels ein, um gemeinsam in froher Runde den Abend zu genießen und zu beschließen.

Am Sonntag morgen ging es nach dem Frühstück in gewohnter Weise zunächst zum Kirchgang und daran anschließend zum Frühschoppen in den verschiedenen Gasthäusern in Ehrwald.
Am Mittag dann unternahmen wir einen Ausflug nach Rinnen in den Gasthof „Thaneller“, wo wir fast genau vor 17 Jahren schon einmal zu Gast waren und einen denkwürdig schönen Tag verbrachten. Für die Freunde der alpenländischen Musik und des Humors veranstalte unser Gastgeber Gustl von dem aus Rundfunk und Fernsehen bekannten „Berwanger Lederhosen Duo“ einen recht unterhaltsamen Nachmittag in der höchst gelegenen Brauerei Österreichs.

Am Montag, nach einem Ständchen für unsere Wirtsfamilie Obermeier, traten wir die Heimreise an. In seiner kurzen Verabschiedung erwähnte unser Gastgeber mit den Worten „Reichlich geflossen, in Ruhe genossen“, dass er es selten erlebe, dass eine Gruppe so homogen und in Ruhe es verstehe, gemeinsam „Urlaub“ zu machen. Er beglückwünschte uns zu unserer schönen Gemeinschaft und sagte, er würde sich über ein Wiedersehen mit uns freuen.
Am Mittag in Ulm kehrten wir bei herrlichem Wetter mit recht sommerlichen Temperaturen in einem Wirtshaus mit Historie den „Drei Kannen“ zum Mittagstisch ein. Erstmalig erbaut wurde dieses Gebäude im Jahr 1550 und wegen seines stattlichen Aussehens häufig „Schlößle“ genannt. Durch ein Dekret der Königlichen Regierung für den Donaukreis vom 14. Oktober 1831 wurde die „dingliche Gerechtigkeit“ zu einer Bierbrauerei erlassen. Ab dieser Zeit fand diese Braustätte und beliebte Einkehr einen regen Zuspruch bei der Ulmer Bevölkerung. Der Grundstein, für den bis heute wohl schönsten Biergarten im Herzen von Ulm wurde 1912 gelegt. In diesem Jahr wurde der idyllische Innenhof mit der herrlichen, grün umrankten Laube errichtet. Ein auf das „Drei Kannen Bier“ ausgerichtetes Gasthaus wäre ohne diesen geschätzten Gerstensaft nur noch eine nicht authentische Hülle. Deshalb hat sich die in Ulm ansässige Gold Ochsen-Brauerei gerne bereit gefunden, das „Drei Kannen Bier“ nach überlieferten Rezepturen weiter zu brauen. Nach einem kurzen Rundgang durch die Innenstadt, vorbei am berühmten Ulmer Münster, zum Parkplatz des Busses, traten wir den Rest der Heimreise an. Die weitere Fahrt verlief ruhig und ohne besonderen Zwischenfälle, sodass wir kurz vor 18:30 Uhr wieder in Münster ankamen.

Lieben Dank sagen möchten alle Reiseteilnehmer, wie in jedem Jahr, der Firma Gerd und Manfred Girbig für die tatkräftige Unterstützung bei der Erstellung und dem Druck der diesjährigen Reisebroschüre, der Familie Pauly für die reichlich ausgestattete Reiseapotheke, unserem lieben Freund und Gönner Peter Frühwein vom Landgasthof „Zum Christoph“ in Münster für das spendierte sehr wohl schmeckende Frühstück für alle Teilnehmer bei der Anreise und bei unserem Fahrer Matthias Schrodt, der uns sehr sicher und zuverlässig gefahren hat. Wir alle freuen uns bereits heute auf die kommende Fahrt im nächsten Jahr.