Jubiläumsfahrt der Reisegesellschaft „Freudiges Herz“

Seit nunmehr 50 Jahren veranstaltet das „Freudige Herz“, eine im Jahr 1954 entstandene lose Verbindung aus Fußballfreunden des SV 1919 Münster und Sängern des MGV 1845 Münster einen Vatertagsausflug an Christi Himmelfahrt. Waren es in den ersten neun Jahren Tagesausflüge, die in der näheren Umgebung des Odenwaldes oder des Spessart ihr Ziel hatten, so begann mit der zehnten Fahrt im Jahr 1966 eine tiefgreifende Neuerung, die sich bis heute erhalten und anscheinend auch bewährt hat, einen Mehrtagesausflug meistens von Donnerstag bis Montag in die schöne Welt der Berge. Seit dem Beginn der Mehrtagesfahrten erscheint jährlich eine Reisebroschüre, gedacht, um alle notwendigen und wissenswerten Informationen gezielt an die Teilnehmer bringen zu können.

Als Verein im Verein wollen die Verantwortlichen die Reisegesellschaft auf keinen Fall verstanden wissen, den zu dieser Gruppe darf sich jeder Sänger  und Sportsfreund zählen, der Spaß am Gesang und Spaß an der Freude hat. Es ist eigentlich schon verwunderlich, dass an der Fahrt Sänger und Sanges- und Sportsfreunde im Alter von 17 bis über 80 Jahren, seit vielen Jahren Väter mit ihren Söhnen und mittlerweile bereits die Enkel teilnehmen. Beachtlich ist auch die Tatsache, dass es zwei Teilnehmer in all den Jahren geschafft haben, nur bei einer Fahrt zu fehlen, hoffen wir, dass beide im kommenden Jahr zu ihrem besonderen Jubiläum dabei sein können. Aber auch bei vielen jungen Teilnehmern erkennt man klar die Tendenz, möglichst bei keiner Fahrt zu fehlen. Probleme wegen mangelnder Beteilung kennen die Reiseleiter bisher nicht, eher kennen sie die Tatsache, dass die Mitfahrerliste sehr schnell voll ist und eine Warteliste aufgestellt werden muss.

Eine Reiseleitung ist in der zweiten Generation für die Fahrten verantwortlich, hier ging die Aufgabe der Vorbereitung und Durchführung bereits vor zwanzig Jahren fließend und völlig unproblematisch von den Vätern auf die Söhne über. Der wichtigste Grundsatz der Reiseleiter am Ende jeder Fahrt lautet: Hat es euch gefallen, erzählt es weiter. Hat es euch nicht gefallen, erzählt es uns!

So begann in diesem Jahr die Fahrt wegen einer eigentlich kleinen technischer Panne etwas später auf dem Rathausplatz in Münster.

Am Ziel angekommen, fuhren wir nach dem Mittagessen nach einer kleinen Rundfahrt mit der Bahn durch unsere Partnergemeinde Abtenau hoch zur Sonnleitn-Alm. Hier überbrachte uns der Bürgermeister von Abtenau Herr Johann Quehenberger die Grüße der Marktgemeinde und lud uns zu einem Umtrunk ein. Wir revanchierten uns mit einem Ständchen, was ihm wohl sehr gut gefallen hat und er froh gelaunt und mit uns singend bis zum frühen Abend bei uns verweilte.

Am Freitag hatten wir eine Fahrt zur Christl Alm auf dem Programm. Trotz des dauerhaften Regens war die Stimmung recht gut und der Hüttenzauber tat ein übriges. Im Rahmen der Ehrungen konnten wir Albert Buttazzi und Timm Albrecht für je 10 Jahre, Reinhold Suderleith für 25 Jahre, unseren Druckermeister Manfred Girbig für 35 Jahre und Manfred Ries für 45 Jahre Teilnahmen an unseren Fahrten Erinnerungsgeschenke überreichen. Am späten Nachmittag besuchten wir den Fürstenhof einen sogenannten Bio Bauernhof. Hier probierten wir eine Käseauswahl mit ausgezeichneten und leckeren Käsesorten und lernten etwas über neue Ansätze und alternative Möglichkeiten in der modernen Landwirtschaft. Die Überraschung des Tages war dunkelblaues Polo-Shirt mit dem aufgestickten Emblem des „Freudigen Herzens“ für jeden Teilnehmern, welches jeder auf seinem Zimmer am Abend vorfand. Nach dem Abendessen in der Post hatte unser Gastgeber Hansi Windhofer den Abtenauer Dreigesang für uns und die weiteren Hausgäste zu einem schönen konzertanten Abend eingeladen, bei dem auch ein Liedvortrag von uns nicht fehlen sollte.

Auch am Samstag wollte der Regen nicht aufhören, deshalb entschlossen wir uns den „Hangar 7“ am Flughafen Salzburg in Augenschein zu nehmen. In diesem Gebäude sammelt der Hersteller eines bekannten „Juppie“-Getränkes Flugzeuge und Rennwagen, und lässt diese vom gemeinen Volk kostenlos besichtigen. Das Volk ist auch willkommen, es sei denn, es tritt in Gruppen auf, diese sind hier aus nicht bekannten Gründen nicht erwünscht. Somit war eine Besichtigung nicht möglich und nach Aussagen unserer Reiseleitung war auch ein größerer Teil der historischen Flugzeuge wohl noch in Berlin zur Luftfahrtausstellung ILA unterwegs, womit wir dann doch wenig versäumten.

Im weiteren Verlauf fuhren wir weiter nach Bad Reichenhall zum „Schafferbauer“. Hier auf diesem Anwesen begann vieles, was für unser Fahrt heute selbstverständlich geworden ist, es war gewissermaßen das Rückzugsgebiet der Reiseleitung zum Ideen finden und sammeln. Die Familie Hannes Baueregger, für doch recht viele der Mitfahrenden keine gänzlich Unbekannten; wollten wir mit einem kurzweiligen Liedvortrag unterhalten und auch an alle erinnern, die in all den Jahren nicht mehr unter uns weilen.
Das Mittagessen war  im Schwabenbräu in Bad Reichenhall bestellt und im Anschluss ging es noch zum  Hintersee, der zu einem Spaziergang am Seeufer einlud.
Am Abend nach dem Bauernbüfett waren dann Ehrungen seitens der Gemeinde Abtenau angesagt. Eine recht stattliche Anzahl von unseren Mitgliedern konnte durch unseren Gastgeber Hansi Windhofer für Urlaub in der Partnergemeinde geehrt werden. Von jedem Jubilar wurde ein Foto mit der Gastgeberfamilie gemacht, welches auf den Seiten der Post in Abtenau im Netz der Netze zu sehen und bewundern ist.

Am Sonntag: war nach dem Kirchgang eine Fahrt nach Flachau zu einem Gutshof angeboten. Dort war uns im Rahmen eines zünftigen Frühschoppens ein Musikprogramm mit entsprechender Gaudi versprochen. Die „Mürztaler“ machten ihre Sache im Musikantenstadl recht gut und das Ambiente der Lokalität tat ein übriges. Trotz des weiter anhaltenden Regens war es möglich, wenigstens unter der Überdachung etwas Zeit im Freien zu verbringen, was sich ein Teil der Mannschaft auch nicht nehmen ließ. Am frühen Nachmittag fuhren wir weiter nach St. Johann Alpendorf in die Gaststätte „Zinnkrügl“, einem früheren Fahrziel aus dem Jahr 1994. Der Abend wurde zum Ausklang und Verabschieden genutzt.

Montagmorgen dann der Abschied von unseren Gastgebern, die uns sehr aufmerksam und sehr gut bewirtet und denen wir gerne ein Wiedersehen versprochen haben. Trotz des unbeständigen, regnerischen Wetters haben sie zu einem guten Gelingen unserer Jubiläumsfahrt doch maßgeblich viel beigesteuert. Die Rast zur Mittagzeit machten wir in St. Kastl in der Nähe von Manching. Um 18:30 Uhr kamen wir ohne größere Staus und Behinderungen wieder in Münster am Rathausplatz bei leichtem Regen an.

Die Teilnehmer wollen sich gerne und herzlich bei Allen bedanken, die zum harmonischen und guten Gelingen der diesjährigen Fahrt beigetragen haben, ohne jedoch einzelne Namen hervorzuheben, um keinen zu schmälern oder vielleicht sogar aus Unachtsamkeit zu vergessen. Schon heute freuen wir uns alle auf das nächste Jahr und auf den kommenden Ausflug, denn nach der Fahrt ist vor der Fahrt.